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Beim Finalturnier der Jugend-Flagliga Bayern in Ansbach sicherten sich die Nachwuchs-Flagfootballer der Franken Knights ihren 9. Meistertitel durch einen 26:20-Erfolg in Overtime gegen den Titelverteidiger Nürnberg Rams. Im Halbfinale hatten sich die Rothenburger am Morgen knapp gegen die Fürstenfeldbruck Razorbacks mit 14:12 durchgesetzt. Widereceiver Philipp Sauereßig wurde als wertvollster Angriffsspieler, MVP-Offense ausgezeichnet. Durch den Erfolg haben sich die Knights für die Deutsche Meisterschaft Anfang Oktober in Kiel qualifiziert.
Als Gruppensieger der Nordgruppe trafen die Franken Knights im Halbfinale auf die Fürsty Razorbacks als Zweiten der Südgruppe. Zuerst mit der Offense auf dem Feld waren die Rothenburger sofort voll da und überbrückten mit ihrem Passangriff schnell das Feld. Quarterback Dustin Wenninger erzielte nach einem hervorragenden Drive mit einem kurzen Lauf das frühe 6:0 (PAT Philipp Sauereßig). Davon unbeeindruckt antworteten die Razorbacks. Mit schnellen Läufen und einer hervorragend blockenden Offenseline arbeiteten sie sich konsequent Stück für Stück über das Feld und schafften den 6:7-Anschluß. Der Extrapunktversuch konnte vereitelt werden und die Knights blieben in Führung. Die Brucker hatten mittlerweile ihre Defense besser eingestellt, konnten aber nicht verhindern, dass Philipp Sauereßig kurz vor der Halbzeit nach einem Pass zum 14:6 erhöhte.
Direkt nach Wiederbeginn hatten die Knights den Angriff praktisch schon gestoppt, als ein Widereceiver der bis dahin sehr aufmerksamen Passverteidigung entwischte und unbedrängt zum 12:14-Anschluß einlaufen konnte. Wiederum wurde der Extrapunkt vereitelt.
Mit der Führung im Rücken und einem rollenden Angriff wollten die Knights alles klar machen. Aber ein Ballverlust durch eine Interception brachte den Gegner in eine aussichtsreiche Feldposition. Defense Coordinator David Sauereßig hatte die Lehren aus dem ersten erfolgreichen Drive gezogen. Die Defense stemmte sich mit aller Macht gegen die Angriffsbemühungen und vereitelte weitere Punkte. Die Offense spielte im Anschluß die Zeit herunter und gab den Ball bis zum Schlusspfiff nicht mehr her.
Damit standen die Knights zum 9. Mal in Folge in einem Endspiel um die Bayerische Meisterschaft. Wie in allen Endspielen seit 2008 trafen die Knights auf die Nürnberg Rams. Im Frühjahr unterlagen die Rothenburger noch nach dramatischen Spielverlauf im Endspiel um die Deutsche Hallenmeisterschaft den Rams. Diesmal konnten sie den Spieß umdrehen.

Während die Nürnberger voll konzentriert loslegten, waren die Knights noch nicht im Spiel. Viele verpasste Tackles sorgten für einen schnellen 0:6 Rückstand. Die Offenseline konnte dem immensen Druck nicht standhalten, sodaß kein Raumgewinn erzielt werden konnte. Im Gegenteil, die Rams erhöhten mit einem weiteren Touchdown und anschließender Conversion auf 0:14.
Offense Coordinator Philipp Kimmelmann hatte mit dieser Art Verteidigung gerechnet und im Laufe der Woche ein dazu passendes Angriffssystem einstudiert. Die nun erfolgte Umstellung fruchtete. Ein bisschen holprig zwar, aber kurz vor der Halbzeit entwischte Philipp Sauereßig an der Mittellinie seinen Gegenspielern und erzielte den umjubelten Anschlußtouchdown zum 7:14. Die Knights waren zurück im Spiel.
In der Halbzeit wurden vor allem die ungenügend funktionierenden Blockschemen angesprochen und verbessert. Vorerst war das aber noch nicht von Erfolg gekrönt. Der Ballbesitz direkt nach Wiederanpfiff brachte zwar Raumgewinn, aber keinen Touchdown. Die kalte Dusche folgte umgehend mit dem 7:20 für die Rams. Nicht aufgebend wuchsen die Jungritter jetzt über sich hinaus. Vor allem in der Line wurde das Blocken immer besser und Quarterback Dustin Wenninger bekam die notwendige Zeit für sein Passspiel. Nach einem langen Drive bediente er wieder Philipp Sauereßig in der Endzone: 13:20, der Extrapunkt war diesmal nicht gut.
Ein hervorragender Kickoff brachte die Rams an deren 20y-Linie in Ballbesitz. Die Verteidigung ging volles Risiko und wurde belohnt. Vor allem Linebacker Emre Dilek glänzte immer wieder. Vier Versuche später mussten die Rams an der eigenen 2y-Linie punten und den Ballbesitz abgeben. Bei weniger als zwei Minuten auf der Uhr kam jetzt die letzte Chance zum Ausgleich. Nach mehren kurzen Pässen und Läufen standen die Knights an der 15y-Linie der Rams. Dustin Wenninger enteilte seinen Verfolgern, behielt die Übersicht und fand mit einem schönen Pass wieder Philipp Sauereßig in der Endzone. 19:20. Kick zum Ausgleich oder volles Risiko mit einer Conversion für 2 Punkte? Nach kurzer Beratung entschieden sich die Coaches für die risikoärmere Variante. Philipp Sauereßig verwandelte den Kick sicher zum Ausgleich. In den restlichen Sekunden brannte nichts mehr an und die Mannschafte mussten in die Verlängerung.
Dabei starten beide Teams an der gegnerischen 25y-Linie mit einem zusätzlichen Drive. Nachdem beide Teams einmal im Angriff waren hat der gewonnen, der höher gescoret hat. Die Knights starteten mit ihrer in der zweiten Halbzeit excellent spielenden Defense. Und die Verteidigung hielt! Der Nürnberger Quarterback war zwar im vorletzten Spielzug um die halbe Abwehr gekurvt, aber Onur Demirkol hatte den eminent wichtigen Tackle zwei Yards vor der Endzone gemacht. Yves Scherer machte im letzten Versuch mit einem Quarterback-Sack die letzten Hoffnungen zunichte.
Matchball Rothenburg. Die Knights nutzten gleich den ersten. Mit einem Trickspielzug wurde Running Back Philip Braun freigespielt und der enteilte allen Verteidigern. Nach 25y in der Endzone registrierte er den Titelgewinn erst, als er unter einer jubelnden Spielertraube begraben wurde. Ein dramatisches Endspiel auf allerhöchstem Flagfootballniveau hatte einen verdienten Sieger gefunden.
„Am Ende hatten wir einfach des Quentchen Glück, das uns in der Halle noch gefehlt hatte.“ So Trainer Philipp Kimmelmann. „Die Jungs haben nie aufgegeben und an ihre Chance geglaubt. Mit Leidenschaft und Willensstärke sind wir zurückgekommen und hatten am Ende das Momentum auf unserer Seite. Schön zu sehen, dass beide Teams ein so intensives, emotionsgeladenes und dramatisches Finale fair und ohne Nickligkeiten spielen konnten. Das war eines der besten Flagfootballspiele, die ich je gesehen habe.“
Für den Bayerischen Verband nahm Dr. Achim Gleiss die Siegerehrungen vor. Widereceiver Philipp Sauereßig wurde nach seinen 20 Punkten im Endspiel als wertvollster Angriffsspieler ausgezeichnet. Tony Johnson von den Rams wurde MVP-Defense.
Pikanterweise wurden die beiden Finalisten vom Deutschen Verband als deutsche Vertreter für die Flagfootball-Europameisterschaften im September in Rom nominiert. In einem gemeinsamen Trainingslager sollen die Kräfte gebündelt und dann mit einer gemischten Mannschaft der europäische Thron anvisiert werden.
Halbfinale:
Straubing Spiders - Nürnberg Rams 06:16
Franken Knights - Fürsty Razorbacks 14:12
Spiel um Platz 3:
Straubing Spiders - Fürsty Razorbacks 00:06
Finale:
Franken Knights - Nürnberg Rams 26:20
(in Overtime, nach der regulären Spielzeit 20:20)
Platzierungen:
1) Franken Knights
2) Nürnberg Rams
3) Fürsty Razorbacks
4) Straubing Spiders


